pressestimmen PEEPSHOW

Are you lonesome, too?

Rotkäppchen und der Wolf wird am Anfang erzählt, leicht erotisiert, aber in eine Richtung, die auch den Staatsanwalt interessiert. Beklemmung von Anfang an, getragen nicht nur durch einen exzellenten Einsatz von Video (Wolfgang Kurtz) mit eingebetteten Zeichnungen (Johanna Landwehr) [...]

Danach verhängnisvolle, einfache Fragen. Ein Machtspiel zwischen Mädchen und Mann; klar, wer gewinnt. Weiter begleitet von wundersamen, absolut stimmigen Bildern […]

Grandioses (Körper-)Spiel der Alleinakteurin Anna Möbus, kongenial geführt durch die Eigenkompositionen von Frieder Zimmermann, der diese live auf E-Gitarre und diversen Rechengeräten spielt.

50 ways to leave your lover mal anders, unterstützt durch ein Mikrofonkonzept, das Anna Möbus leicht die Rollen wechseln lässt. Nicht nur der Kapuzenmantel (Kostüme: Eva Mühlenbeck) spielt mit, auch der Bühnenraum (Birgit Schuh/Wolfgang Kurtz) kann sprechen und wird in Gänze bespielt…

Umso heller glänzt der Stern von Anna Möbus. Sie spielt, singt, tanzt, ist jede Sekunde voll präsent... Eine Riesenleistung.

„Man kann nie wissen“, manche Worte werden unendlich oft wiederholt, bis sie ihre alte Bedeutung verlieren und viele neue gewinnen […]

"Man kann sich der Faszination dieser Shortstories nicht entziehen. „Nicht ohne (etwas) leben können“ ist relativ, ich ahnte es.

Und bei der Schilderung einer ersten S/M-Erfahrung, ausgelöst durch einen kleinen Hund, krampft sich meine Hand in die Stuhllehne. Zum Glück geht es gut aus, banal fast, frustrierend für die Protagonistin.

Dann noch eine offene Wunde für eine vergangene Beziehung, man lässt (fast) nichts aus. Ein großartiger Text ist das, geschrieben 2005 von der Kanadierin Marie Brassard, viel zu selten bisher aufgeführt. Eine echte Entdeckung für mich […] Ein phantastischer Abend.

Das in solch perfekter Form von mir noch nie gesehene Zusammenspiel aller eingesetzten Medien, das der Regisseur Dominik Schiefner auf die Bühne gebracht hat, wäre allein das Kommen wert […]

 

Sandro Zimmermann, Onlinemagazin Livekritik 

http://www.livekritik.de/kultura-extra/theater/feull/besprechung_peepshow_theaterwechselbad.php

oder http://www.livekritik.de/livekritiken/livekritik-von-teichelmauke-zu-peepshow/

Peepshow

Labyrinth der Gefühle

Fantasie und Realität verschmelzen in schnell pulsierender Szenenfolge, in denen eine Frau an der Bar 19 Geschichten vom Suchen, Verlieren und Finden der Liebe erzählt und spielt […] Diese "Peepshow" ist eine spannende Mixtur aus Schauspiel, expressivatmosphärischen Großstadt und Landschaftsaufnahmen sowie gezeichneten Bildern auf einer Leinwand […]

Vor den unentwegt vorbeiflimmernden Bildern agiert in, vor und hinter einer offenen Kabine wie einem Schaufenster eine Frau im engen roten Kleid und Stiefeln, mal verführerisch und mal mit

übergeworfenem Kapuzenmantel und wirrem Haar umherstreunend wie ein Landstreicher. Sie spricht ins Mikro und sagt scheinbar gleichgültig banale und schwerwiegende Sätze, die den Zuschauer erschauern, frösteln lassen, aber auch erheitern, trösten und berühren. In mal märchenhaften, mal realen, rauen, traurigen und komischen Geschichten spielt Anna Möbus das sich ihre eigene Welt träumende Mädchen, das im Wald umherirrende und beim Wolf landende Rotkäppchen und später die Frau im Dunkel der Großstadt und im Labyrinth ihrer Gefühle im Ungewissen umherziehend […]

Eindringlich vor allem die Geschichte der Frau, die sich Wunden zufügt, um ihre Liebhaber nicht zu vergessen […]

 

Lilly Vostry, Stadtmagazin Blitz

http://www.dominik-schiefner.de/wp-content/uploads/pdf/Peepshow-Blitz-November%202013.pdf

[…] Tolle Schauspielerin voller Wandlungsfähigkeit und Wahrhaftigkeit, super Inszenierung, geile Musik. Ein Abend, wo alles stimmt. Das beste, was im Augenblick im Theater zu sehen ist. Das sollte man auf keinen Fall verpassen, und sei es nur, um rauszukriegen, was sich mit einem Akkuschrauber und einer E-Gitarre musikalisch anstellen läßt.

 

Dr. Stephan Reher

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle – hin und hergerissen zwischen Tragik und Komik, zwischen Banalität und unglaublicher Tiefe.  Das Stück besticht durch eine scheinbare Schlichtheit, sowohl im Bühnenbild, als auch in den Effekten und der Musik. Die ganze Wirkung entfaltet sich erst bei näherer Betrachtung und kreiert so 19 Szenen, die auch lange nach der Vorführung nachhallen. Eine absolut gelungene Interpretation der „Peepshow“, nicht zuletzt wegen der fantastischen Anna Möbus als Frau Beautiful. Im Team mit Regisseur Dominik Schiefner und Komponist Frieder Zimmermann wurde dabei einfach umwerfendes Theater geschaffen.

Jasko Rust, Chefredakteur des CampusRadio Dresden