theaterstück PEEPSHOW

von Marie Brassard

Eine junge Frau in einer Bar. Eine Late-Night-Talkerin. Sie erzählt, spielt, lebt 19 Geschichten, die aus dem Leben gegriffen sind. Es sind alltägliche Geschichten, scheinbar banal und dennoch außergewöhnlich. Es sind Geschichten über Begegnungen, das Kennenlernen, die Phantasie der Liebe, über Verführung und die Suche nach Nähe. Mal märchenhaft, mal sehr real, melancholisch und voller Humor. Das Mädchen, das den Mann ihrer Träume nicht anspricht, der ihr aber dennoch folgt. Die Frau, die sich Wunden zufügt, um ihre Liebhaber nicht zu vergessen. Der Mann, der die beste Möglichkeit sucht, um sich zu trennen.

Es sind die Geschichten und Träume der Frau Beautiful. Wie in der Kabine einer Peepshow, die es dem Kunden erlaubt, nur durch ein kleines Fenster hindurch eine Szene in einem benachbarten Raum zu betrachten, bekommen wir einen Einblick in die Gedankengänge dieser Frau - ein winziger Ausschnitt der Realität; einen Bruchteil jenes Stoffes, aus dem das Leben gemacht ist. Ein Theaterabend über das Suchen und Finden zum Mit- und Weiterdenken.

Dazu spielt Frieder Zimmermann live seine eigens für diese Inszenierung komponierte Musik, produziert Geräusche und Stimmen. Er gibt damit den Geschichten einen eigenen Sound.

Es spielt: Anna Möbus (Schauspiel); Frieder Zimmermann (Musik)
Regie: Dominik Schiefner
Musik/Sounddesign: Frieder Zimmermann

Bühne/Videos: Wolfgang Kurtz
Raum: Birgit Schuh

Zeichnungen: Johanna Landwehr

Kostüm: Eva Mühlenbeck

persönlicher Bezug zum Projekt PEEPSHOW

Anna Möbus erste Konfrontation mit dem Theateralltag fand als Regiehospitantin am Theater Bonn statt. Dort begleitete sie die Produktion „Peepshow“ von Marie Brassard. Das Beiwohnen der Proben und Entstehen der dortigen Inszenierung erweckte eine große Inspiration und Phantasie. Sie begann nach Parallelen zu dieser Frau und ihren Geschichten zu suchen. Das Stück ließ sie nicht mehr los und es entstand der Wunsch einmal diese facettenreiche Figur selbst darstellen zu können. Durch ihr Schauspielstudium an der Alanus Hochschule, das dort erlernte Handwerk und die Auseinandersetzung mit Gesellschaft, Literatur, Geschichte bis hin zu sich selbst, entwickelte sich dieser Wunsch immer mehr zu einer konkreten Neugier.

 

Dominik Schiefner, Schauspieler und Regisseur, arbeitete dort mit ihr. Nach mehreren gemeinsamen Rollenarbeiten und einer Inszenierung, entstand die konsequente Idee, die Arbeit auch über die Ausbildung hinaus in einem professionellen Rahmen fortzuführen. Mit Marie Brassards Text als literarische Grundlage schließt sich für Anna Möbus der Bogen von einer anfänglichen Faszination hin zu einer Positionierung als Schauspielerpersönlichkeit in einer gesellschaftsrelevanten Produktion.

 

Mit dem Musiker und Komponisten Frieder Zimmermann verbindet Dominik Schiefner eine langjährige Arbeitsbeziehung, zahlreiche Theaterproduktionen und Hörspiele entstanden.

Das Team wird ergänzt durch die Dresdner Soziologin Maria Weida, der freien Künstlerin Birgit Schuh und dem Video-künstler Wolfgang Kurtz.

 

Das Theater als einen Katalysator zu verstehen, als Raum Fragen zu stellen, sich mit relevanten und aktuellen Themen zu beschäftigen und damit bürgerliches Engagement zu beweisen, ist für alle Grundvoraussetzung und gerade dieses Stück bietet die Möglichkeit dafür.